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2008 habe ich schon einmal auf dieser Seite einen Blog erstellt.nDoch irgendwann hörte ich auf, hier zu schreiben.

4,5 Jahre nach meinem letzten Blogeintrag sitze ich nun vor meinem Laptop und möchte meine Gedanken einfach nur irgendwo loswerden. Ich weiß nicht, ob jemand meine Worte jemals lesen wird, doch ich habe das Gefühl, dass ich meine Gedanken niederschreiben muss. Und die Vorstellung, dass es irgendwo auf dieser großen Welt jemanden gibt, der dies alles hier liest, gibt mir ein gewisses Gefühl von Trost.

Doch was über mich erzählen?
Ich bin 26 und süchtig!
Das war's - mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen.

 

Ich bin süchtig, seitdem ich 17 bin. Vielleicht auch schon länger, doch mit 17 hat alles extreme Züge angenommen. So extrem, dass auch mein Umfeld gemerkt hat, dass etwas nicht stimmen konnte.
Ich habe vieles versucht: zahlreiche Selbsthilfe-Bücher gelesen, stationäre Therapie und mehrere ambulante Therapien. Doch nicht hat sich verändert. Im Gegenteil. Es wurde immer schlimmer.
Irgendwann beschloss ich, dass ich weder mit einem Therapeuten noch mit sonst irgendwem darüber sprechen möchte. Immer wieder habe ich "von vorne" angefangen, versuchte einen Neustart und sagte mir "dieses Mal wird alles anders! Dieses Mal schaffst du es! Du musst nur durchhalten. Dann wirst du erlöst sein!" Naja, wie das gelaufen ist, könnt ihr euch wohl vorstellen.
Nun sind 9 Jahre vergangen und es hat sich nichts geändert. Ich gehe zwar nicht mehr zur Schule, habe in der Zwischenzeit Uni und Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, habe einen festen Job und verdiene gutes Geld. Nach dem Studium bin ich ausgezogen und lebe seitdem alleine in meiner Wohnung. Anfangs genoss ich es, alleine zu sein und tun und lassen zu können, was ich wollte. Ich konnte morgens aufstehen, wann ich wollte, konnte putzen, wann ich es für notwendig hielt, konnte einkaufen, wann und was ich wollte. Ich dachte, dass dies eine Veränderung wäre, die mir helfen würde, mein Leben in den Griff zu kriegen. Doch ich habe mir etwas vorgemacht. Meine Wohnung kommt mir mittlerweile vor wie ein Gefängnis. Und enttäuscht muss ich feststellen, dass Neuanfang Nr. 138 mal wieder nicht funktioniert hat.  Ich habe überlegt umzuziehen, doch ein Umzug ist teuer. Und da ich handwerklich eine Niete bin und weder Freunde noch Familie habe, die mir beim Umzug helfen könnten, versuche ich diesen Gedanken zu verdrängen. Ich müsste mir alles von Handwerkern machen lassen. Und das ist mir einfach zu teuer. Also sitze ich hier fest und frage mich, wie mein Leben weitergehen soll.

Ich bin süchtig – diese drei Worte habe ich noch nie laut ausgesprochen. Sie aufzuschreiben, ist etwas anderes. Auch wenn ich weiß, dass ich diese Worte geschrieben habe, so fühlt es sich nicht so an. Ich lese diese drei Worte mit einer gewissen Distanz und denke mir „Das ist traurig“ – doch ich fühle nichts. Ich glaube, diese vermeintliche Distanz hilft mir, meine Situation auszuhalten. Ich schreibe bewusst aushalten, denn mehr ist es nicht. Bewältigen oder gar meistern wären definitiv die falschen Formulierungen.

Jetzt habe ich viel geschrieben und doch nichts gesagt.
Warum also dieser Blog? So wirklich weiß ich es nicht. Wahrscheinlich weil es wieder ein verzweifelter Versuch ist, alles irgendwie hinzukriegen. Vielleicht bin ich einfach auch nur narzisstisch und missbrauche diese Plattform zur Selbstdarstellung. Ich weiß es nicht.




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